UNION FREIER BERUFE UND MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN e.V. - UFB/UMU

WIR EIGENTÜMER- UND FAMILIENUNTERNEHMER

Grundsatzpapier

Was will die Union Freier Berufe und Mittelständischer Unternehmen e.V. – UFB/UMU

Ziel der UFB/UMU ist die Vertretung der Interessen der mittelständischen Wirtschaft, die in Deutschland mit über 99 % der Unternehmen mehr als 80 % der Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt, über 70 % der Erwerbstätigen Arbeit gibt und rund die Hälfte der Wertschöpfung erwirtschaftet. Die kleinen und mittleren Unternehmer, die selbständigen Gewerbetreibenden und Freiberufler sind damit die tragende Säule unseres Wohlstandes. Ihren wirtschaftlichen Erfolg auf den Märkten des In- und Auslands mit günstigen Rahmenbedingungen zu fördern, heißt deshalb, die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft als eine der leistungsfähigsten Ökonomien der Welt zu sichern. Mittelstandsfreundlicher Rahmenbedingungen bedarf es dabei nicht nur auf den Feldern der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik, sie sind vielmehr in allen Politikbereichen, wie z. B. auch der Rechts-, Bildungs- oder Außenpolitik gefordert.

Der weit überwiegende Teil der mittelständischen Wirtschaft besteht aus inhabergeführten Unternehmen. Ihre hervorstechenden Merkmale sind, unabhängig von der Rechtsform, die persönliche Verantwortung der Eigentümer bzw. der Eigentümerfamilien, die ihre Gewinne im Unternehmen lassen, und das damit verbundene hohe persönliche Risiko tragen. Sie können deshalb keine riskante, an kurzfristigen Gewinnzielen orientierte Unternehmensstrategie verfolgen und sie werden dazu auch nicht wie große börsennotierte Kapitalgesellschaften von Finanzinvestoren und –analysten gedrängt. Eigentümerunternehmen zeichnen sich vielmehr durch langfristige, vom Gestaltungswillen der Inhaber geprägte Orientierungen aus. Schnelle Entscheidungen in flachen Hierarchien, die kontinuierliche Weiterentwicklung bewährter Geschäftsprinzipien, langjährig gewachsene Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sowie von Vertrauen und Konsens getragene Bindungen an Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, sind Garanten der Wettbewerbsfähigkeit, der Langlebigkeit und damit des Erfolges der mittelständischen Unternehmen. Die Mitarbeiter profitieren von diesen stabilen Strukturen und dem persönlichen Arbeitsumfeld ebenso wie die Region, in der die Mittelständler eng mit anderen Unternehmen vernetzt sind und wo sie in vielen Bereichen, namentlich sozial, in Kultur und Bildung sowie im Sport gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Enge lokale Bindungen stehen dabei keineswegs im Widerspruch zum Engagement auf ausländischen Märkten, das gerade auch mittelständische Unternehmen im Zuge der Globalisierung mit zunehmendem Erfolg unter Beweis stellen.

Die Zahl der Selbständigen und kleinen und mittleren Unternehmen kann gar nicht groß genug sein in Deutschland. Für die UFB/UMU ist dies Verpflichtung, sich nicht nur für bessere Rahmenbedingungen für die bereits am Markt bestehenden Unternehmen einzusetzen. Ihr Augenmerk richtet sich deshalb auf die Förderung der Gründung neuer Unternehmen ebenso wie vor dem Hintergrund der aktuell wachsenden Bedeutung des Generationenwechsels auf ein Umfeld, das die Unternehmernachfolge erleichtert - ein Problem, das sich so für große Kapitalgesellschaften überhaupt nicht stellt. Die Beseitigung von bürokratischen Barrieren für die Selbständigkeit, günstige Bedingungen für die Gründungsfinanzierung oder eine Erbschafts- und Schenkungsbesteuerung, die das Betriebskapital weitgehend verschont, stehen deshalb weit oben auf der Agenda der UFB/UMU. Der Anteil der Selbständigen in Deutschland lässt sich nachhaltig allerdings nur erhöhen, wenn es auch gelingt, die immer noch bestehende Zurückhaltung gegen die selbständige Betätigung als berufliches Lebensziel abzubauen und Jugendliche bereits in Schule, Ausbildung oder Universität für die berufliche Selbständigkeit zu ermutigen und vorzubereiten.

Wenn neu entstehende Unternehmen die etablierte Wirtschaft im Wettbewerb herausfordern, so sieht die UFB/UMU darin kein Problem, sondern die Chance für einen gesunden wirtschaftlichen Strukturwandel, der langfristig allen Beteiligten nützt: Konkurrenz belebt das Geschäft! Vor marktwirtschaftlichem Wettbewerb, sofern er denn fair ist im Sinne gleicher Bedingungen für alle, benötigt der Mittelstand keinen Schutz. Er braucht und verdient diesen Schutz aber vor den Belastungen, die ihm aus einem politischen Aktionismus erwachsen, der oftmals unter Berufung auf sehr ernst zu nehmende z. B. soziale, umwelt- oder finanzpolitische Zielsetzungen entfaltet wird, ohne jedoch den realen Handlungsspielräumen in den Unternehmen und auf den Märkten ausreichend Rechnung zu tragen. Dies beruht häufig auf unzureichenden Kenntnissen der leider nur in sehr wenigen Fällen mit der betrieblichen Lebenswirklichkeit vertrauten Angehörigen der Ministerialbürokratie und Parlamentsabge-ordneten, aber nicht selten auch auf den Vorurteilen einer einseitigen verteilungspolitischen Orientierung. Die UFB/UMU setzt sich deshalb entschieden für ein wesentlich stärkeres persönliches Engagement von Unternehmern und Freiberuflern in der Politik ein. Gerade für mittelständische Unternehmer kann ein auch nur vorübergehender Ausflug in die Politik allerdings mit erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen für den eigenen Betrieb verbunden sein, so dass mit einer abnehmenden Dominanz von Angehörigen des öffentlichen Dienstes und Berufspolitikern der Parteien in den Parlamenten auf absehbare Zeit nicht zu rechnen ist. Umso dringender bleibt die wirksame Vertretung von unternehmerischen Interessen durch schlagkräftige Verbände, die ihre Kräfte möglichst bündeln und als Partner der Politik mit fundierten Informationen, vertrauensvoller Kommunikation und sachlicher, wo nötig gleichwohl auch vernehmbarer und harter Kritik eine unverzichtbare und allgemein anerkannte Rolle in den politischen und öffentlichen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen spielen. 

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Grundsatzpapier von UFB/UMU e.V.: Schwerpunkte einer zukunftsorientierten Mittelstandspolitik

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